PET/CT mit F18-PSMA beim Prostata-Karzinom

Durch Studien in exzellenter Weise belegt, zählt die PET/CT-Untersuchung mit der schwach radioaktiven Substanz F18-PSMA (Prostata-Spezifisches-Membran-Antigen) zu den modernsten Diagnostikmöglichkeiten beim Prostatakrebs.

ZUM ANMELDEFORMULAR FÜR DIE PSMA PET/CT IN DER RADIOLOGIE MÜNCHEN

 

Indikationen für die PET/CT beim Prostata-Karzinom:

Die PET/CT-Untersuchung mit F18-PSMA ist bei vielen Patienten mit Prostatakarzinom sinnvoll. Im folgenden haben wir die wichtigsten Indikationen für eine PSMA PET/CT aufgeführt (gemäß Leitlinie der Europäischen Gesellschaft für Nuklearmedizin EANM von 2017).

1. Patienten mit V.a. Prostata-Karzinom-Rezidiv (Anstieg des PSA Wertes)

  • Spezielle Empfehlung für PSA Werte zwischen 0,2 und 10ng/mL
  • Noch höhere Sensitivität der Untersuchung bei kurzer PSA Verdopplungszeit und bei initial hohem Gleason Score
  • zum Ausschluß bzw. zur Lokalisation von Fernmetastasen (Knochen, innere Organe)
  • zum Ausschluß bzw. zur Lokalisation von Lymphknotenmetastasen
  • zum Ausschluß bzw. zur Lokalisation eines Lokalrezidives in der Prostataloge nach totaler Prostatektomie

Der besondere Vorteil des Verfahrens liegt in der Möglichkeit das gesamte Spektrum der Tumorerkrankung (Prostata-Befund, Lymphkontenstationen, Fernmetastasierung) in einer einzigen Untersuchung zu erfassen. Insbesondere die Bewertung der Lymphknotenstationen, die mit CT bzw. MRT nur unzureichend möglich ist, kann hier mit der größtmöglichen Genauigkeit erfolgen.

2. Primäres Staging bei Hoch-Risiko Erkrankungen vor der Planung einer Operation oder einer Strahlentherapie

  • bei Hoch-Risiko Patienten (Gleason Score >7, PSA >20ng/mL, klinisch Stadium T2c - 3a) ist die Wahrscheinlichkeit für Lymphknoten- und/oder Knochenmetastasen erhöht. Hier zeigten Studien eine Überlegenheit der PSMA PET/CT im Vergleich zu CT, MRT und Knochenszintigraphie.

3. Patienten mit vorgeschrittenem Prostata-Karzinom unter medikamentöser Therapie zur Therapiekontrolle

Während die PSA-Werte das allgemeine Therapieergebnis zeigen, kann die PET/CT-Untersuchung für die einzelne, lokale Metastase das Ansprechen bzw. Nichtansprechen der Therapie darstellen und damit die Möglichkeit einer Einleitung einer lokalen Therapie (z. B. Bestrahlung einer Knochenmetastase) unterstützen.

4. Staging vor und während einer internen Lu-177-PSMA Therapie

5. PSMA PET/CT gesteuerte Biopsie nach negativer Biopsie bei Patienten mit hohem klinischen Verdacht

 

Warum F18-PSMA und was ist das eigentlich?

F18-PSMA ist ein sogenannter nuklearmedizinischer Tracer. Tracer sind stark verdünnte und radioaktiv markierte Substanzen, welche im Positronen-Emmissions-Tomographen (PET) gefunden werden und im Körper anatomisch zugeordnet werden können. Die Tracermoleküle bestehen dabei immer aus zwei verschiedenen, aber fest aneinander gebundenen Substanzen. Einerseits die schwache Radioaktivität, die ausschließlich dazu dient, dass der Arzt die Verteilung des Tracers im Körper bestimmen kann (hier ist es das Nuklid F18). Und andererseits die eigentich im Körper biochemisch "aktive" Substanz, die einen bestimmten Stoffwechselschritt darstellt oder an bestimmte Zellen bindet. In diesem Falle handelt es sich um das Prostata-Spezifische-Membranantigen, welches hoch selektiv an Drüsengewebe der Prostata bindet (und insbesondere an Tumoren der Prostata und deren Metastasen). 

Bisher wurden in der PET-CT-Diagnostik zum Nachweis des Prostata-Karzinom-Rezidivs vor allem der Tracer F18-Cholin verwendet. Soweit ein fortgeschrittenes Prostata-Karzinom-Rezidiv vorlag und die PSA-Werte über 1,0 ng % lagen, war eine ausreichend hohe Nachweisrate für den Rezidiv-Tumor möglich.

In den meisten klinischen Situationen – insbesondere durch den sehr frühen Einsatz einer PSA-Wert-Bestimmung – war der laborchemische Nachweis des Rezidivs bereits bei sehr geringeren PSA-Werten gegeben. D. h. dass insbesondere in den klinisch wichtigen PSA-Bereichen unter 1,0 ng%, hier insbesondere im Bereich unter 0,5 ng%, nur eine geringe Nachweisquote bzw. kein entsprechender Tumornachweis möglich war.

Die entsprechende Suche nach effizienteren Tracern hat zur Einführung des Gallium-68-PSMA geführt: Entsprechend vorliegender Studien ist bei Patienten mit einem Prostata-Karzinom-Rezidiv mit einem PSA-Wert von 0,2 bis 0,5 ng% bzw. 0,5 bis 1,0 ng% eine Nachweisrate von ca. 58 % bzw. 73 % gegeben. Hierdurch wird insbesondere die differential-therapeutisch wichtige Unterscheidung zwischen einem Lokalrezidiv im Operationsgebiet, Lymphknotenmetastasen oder Fernmetasen möglich.

In der neuesten Entwicklung lässt sich das PSMA nun auch an das F18 binden. Bei ähnlichem Bindungsverhalten im Körper im Vergleich zum Gallium-68-PSMA, hat es eine viel höhere Halbwertszeit, was die Durchführung der Untersuchung wesentlich vereinfacht.