So hilft der Radiologe gezielt bei Rückenschmerzen
17.08.2026
Interventionelle Schmerztherapie der Wirbelsäule in der Radiologie München
Rückenschmerzen gehören zu den häufigsten Beschwerden überhaupt. Für die meisten Menschen sind sie irgendwann im Leben ein Thema, oft harmlos und vorübergehend, manchmal aber hartnäckig und deutlich einschränkend. Wenn konservative Maßnahmen wie Physiotherapie, Bewegung oder Schmerzmittel nicht mehr ausreichen, kann die Radiologie einen entscheidenden Beitrag leisten. Mit bildgesteuerten, minimalinvasiven Verfahren behandeln wir den Schmerz genau dort, wo er entsteht. Präzise, schonend und ohne Operation.
Warum der Rücken schmerzt: mehr als nur die Bandscheibe
Viele Menschen verbinden Rückenschmerzen automatisch mit dem Bandscheibenvorfall. Das ist nachvollziehbar, greift aber zu kurz. Die Wirbelsäule ist ein komplexes System aus Wirbelkörpern, Bandscheiben, kleinen Gelenken, Bändern, Nerven und Muskulatur. Schmerzen können an ganz unterschiedlichen Stellen dieses Systems entstehen, und die Ursache bestimmt, welche Behandlung sinnvoll ist.
Ein Teil der Beschwerden entsteht tatsächlich durch die Bandscheibe. Wenn Bandscheibengewebe vorfällt und auf eine austretende Nervenwurzel drückt, kommt es zur direkten Kompression des Nervs. Typisch sind dann ausstrahlende Schmerzen, die einem bestimmten Nervenverlauf folgen, etwa ins Bein bei der Ischialgie. Oft gehen sie mit Taubheitsgefühlen oder einem Kraftverlust einher.
Ein anderer, sehr häufiger und oft unterschätzter Grund liegt in den kleinen Wirbelgelenken, den sogenannten Facettengelenken. Diese Gelenke verbinden die Wirbelkörper an der Rückseite der Wirbelsäule und ermöglichen ihre Beweglichkeit. Wie jedes Gelenk im Körper unterliegen auch sie dem Verschleiß. Mit den Jahren, durch Fehlbelastung oder nach früheren Verletzungen kann sich hier eine Arthrose entwickeln. Die Gelenke reizen sich, es entsteht eine Entzündung, und diese verursacht einen tiefen, oft dumpfen Rückenschmerz, der sich bei bestimmten Bewegungen wie dem Zurückbeugen verstärkt. Anders als beim Bandscheibenvorfall strahlt dieser Schmerz meist nicht klar entlang eines Nervs aus, sondern bleibt eher lokal oder zieht diffus in die Umgebung.
Für eine gezielte Behandlung ist es entscheidend, diese Schmerzursachen sauber zu unterscheiden. Genau hier beginnt die Arbeit des Radiologen: Anhand der Bildgebung, meist der MRT, lässt sich sehr genau beurteilen, ob eine Nervenwurzel bedrängt wird, ob die Facettengelenke verschlissen und entzündet sind oder ob mehrere Faktoren zusammenspielen.
PRT: gezielte Behandlung der gereizten Nervenwurzel
Die periradikuläre Therapie, kurz PRT, richtet sich an Patientinnen und Patienten, deren Schmerz von einer gereizten oder bedrängten Nervenwurzel ausgeht. Unter Bildkontrolle wird eine feine Nadel millimetergenau bis an die betroffene Nervenwurzel herangeführt. Dort geben wir ein entzündungshemmendes und schmerzlinderndes Medikament direkt an den Ort des Geschehens ab.
Der Vorteil liegt in der Präzision. Das Medikament wirkt genau dort, wo die Reizung besteht, und nicht im gesamten Körper. So lässt sich die Entzündung um den Nerv herum reduzieren, die Schwellung geht zurück und der Schmerz lässt nach. Für viele Betroffene bedeutet das eine spürbare Erleichterung und häufig auch die Möglichkeit, wieder aktiv zu werden und begleitende Therapien wie Physiotherapie überhaupt wieder aufnehmen zu können.
Facettengelenksinfiltration: Behandlung der verschlissenen Wirbelgelenke
Steht dagegen der Verschleiß der kleinen Wirbelgelenke im Vordergrund, kommt die Facettengelenksinfiltration zum Einsatz. Auch hier arbeiten wir bildgesteuert und führen die Nadel gezielt an das oder die betroffenen Facettengelenke heran. Das Medikament wird direkt an das gereizte Gelenk gebracht und dämpft die Entzündung, die den Schmerz verursacht.
Diese Behandlung ist besonders dann sinnvoll, wenn der Schmerz aus der Tiefe kommt, sich bei Belastung und beim Zurückbeugen verstärkt und nicht eindeutig einem Nerv folgt. Oft werden mehrere benachbarte Gelenke in einer Sitzung behandelt, weil der Verschleiß selten auf ein einziges Gelenk beschränkt ist.
CT-gesteuert: Präzision, die den Unterschied macht
Beide Verfahren führen wir unter computertomographischer Bildgebung durch. Die CT liefert eine exakte, dreidimensionale Darstellung der Wirbelsäule und ermöglicht es, die Nadel unter Sicht und millimetergenau an das Ziel zu bringen. Wir sehen die knöchernen Strukturen, die Nervenkanäle und die Gelenke präzise und können den Weg der Nadel jederzeit kontrollieren.
Diese Präzision hat einen doppelten Nutzen. Zum einen erreichen wir den Wirkort exakt, was die Wirksamkeit der Behandlung erhöht. Zum anderen erhöht die genaue Sicht die Sicherheit des Eingriffs, weil empfindliche Strukturen zuverlässig geschont werden. Der Eingriff selbst ist minimalinvasiv, dauert in der Regel nur kurz und wird ambulant durchgeführt.
Epidurale Infiltration: ein Verfahren für erfahrene Behandler
In ausgewählten Fällen kann eine epidurale Infiltration sinnvoll sein. Dabei wird das Medikament in den Epiduralraum eingebracht, also in den Bereich unmittelbar um die Rückenmarkshäute und die dort verlaufenden Nervenstrukturen. Dieses Verfahren erfordert besondere anatomische Erfahrung und eine sehr sorgfältige, bildgesteuerte Technik und wird deshalb nur von wenigen Behandlern angeboten. In der Radiologie München gehört auch die CT-gesteuerte epidurale Infiltration zum etablierten Spektrum unseres muskuloskelettalen Teams.
Durchgeführt von unserem dezidierten MSK-Team
Die interventionelle Schmerztherapie der Wirbelsäule führen an der Radiologie München spezialisierte Radiologinnen und Radiologen unserer dezidierten muskuloskelettalen Abteilung durch. Dieses Team beschäftigt sich ausschließlich mit der Bildgebung und Therapie des Bewegungsapparates und bringt genau die Erfahrung mit, die für eine sichere und wirksame Behandlung an der Wirbelsäule nötig ist.
Am Anfang steht immer die genaue Diagnostik. Erst wenn klar ist, woher der Schmerz kommt, entscheiden wir gemeinsam über den passenden Behandlungsweg, oft in enger Abstimmung mit den behandelnden Orthopädinnen, Sportmedizinern oder Schmerztherapeuten. So stellen wir sicher, dass jede Infiltration gezielt und begründet erfolgt und sich in ein sinnvolles Gesamtkonzept einfügt.
Auf einen Blick
- PRT (periradikuläre Therapie): gezielte Behandlung einer gereizten oder bedrängten Nervenwurzel, etwa bei Bandscheibenvorfall mit ausstrahlenden Schmerzen.
- Facettengelenksinfiltration: Behandlung der verschlissenen und entzündeten kleinen Wirbelgelenke bei tiefem, belastungsabhängigem Rückenschmerz.
- Epidurale Infiltration: Verfahren für ausgewählte Fälle, nur bei wenigen erfahrenen Behandlern verfügbar.
- CT-gesteuert: millimetergenaue, sichere und minimalinvasive Durchführung, ambulant.
- Durchgeführt vom dezidierten muskuloskelettalen Team der Radiologie München.
Sie leiden unter anhaltenden Rückenschmerzen und möchten wissen, ob eine bildgesteuerte Schmerztherapie für Sie infrage kommt?
Vereinbaren Sie gern einen Termin. Wir beraten Sie individuell.
Prof. Regier (Radiologie Alter Hof), Prof. Mack (Radiologie Säbener Straße), PD Behzadi (Radiologie im Ärztehaus Harlaching)





