„Virtuelle“ Koloskopie mittels Magnetresonanztomographie(MRT)

Für die Früherkennung des kolorektalen Karzinoms (Darmkrebs) wird in Deutschland neben dem Haemoccult-Test (Test auf verstecktes Blut im Stuhl) die konventionelle Darmspiegelung (Koloskopie) empfohlen. Nachdem dieses Verfahren jedoch eine intensive Darmreiniung erfordert und durch das verwendete Endoskop invasiv ist, wurde die virtuelle Koloskopie mittels Computertomographie (CT-Kolonographie) oder Magnetresonanztomographie (MR-Kolonographie) entwickelt . Die CT-Kolonographie darf nach aktueller Rechtslage in Deutschland nicht zum Screening, also zur Früherkennung bei asymptomatischen Personen, eingesetzt werden; siehe hierzu https://www.thieme-connect.com/products/ejournals/html/10.1055/a-0989-2621?articleLanguage=de.

Die MR-Kolonographie, welche ohne ionisierende Strahlung erfolgt, bieten wir Ihnen in unserer Praxis in höchster Qualität an. Mit Prof. Dr. Anno Graser haben wir einen der führenden Experten auf dem Gebiet der virtuellen Koloskopie in unseren Reihen. Viele Jahre hat er das Verfahren mit entwickelt und im Rahmen klinischer Studien vorangetrieben (siehe Literaturangaben unten).

Komme ich für eine virtuelle Darmspiegelung in Frage? Wie läuft die Untersuchung ab?

Obwohl aktuelle Forschungsergebnisse zeigen, dass die MRT-Kolonographie in ihrer diagnostischen Genauigkeit der konventionellen Darmspiegelung annähernd gleichwertig ist, wird die Untersuchung nicht von den Krankenkassen in Deutschland bezahlt. Die Kosten der Untersuchung von müssen Sie selbst tragen – in Einzelfällen können jedoch medizinische Gegenanzeigen zur „normalen“ Darmspiegelung dazu führen, dass Ihre Krankenversicherung diese Kosten übernimmt.

Vor der Untersuchung erfolgt ein persönliches Gespräch mit einem unserer Ärzte. Hierbei wird die Indikationsstellung geklärt. Die virtuelle Koloskopie wird idealerweise bei vergeblicher oder abgebrochener konventioneller Darmspiegelung eingesetzt oder auf Wunsch des Patienten als Screeninguntersuchung für die Früherkennung von Darmkrebs. Da dieser in den meisten Fällen über viele Jahre langsam aus gutartigen Vorläuferveränderungen, den sogenannten Polypen, entsteht, kann der Krebs durch die rechtzeitige Erkennung und Entfernung dieser Polypen verhindert werden. Die virtuelle Koloskopie ist eine sehr sichere Methode, um solche Polypen aufzuspüren. Wenn bei Ihnen Polypen über 6 mm Größe entdeckt werden, müssen diese nach der CT-Kolonographie mittels konventioneller Koloskopie entfernt werden.

Für die virtuelle Koloskopie ist nur eine reduzierte Darmvorbereitung erforderlich. Die genauen Instruktionen hierfür erhalten Sie nach der Anmeldung zur Untersuchung. Grundsätzlich beginnt die Vorbereitung am Nachmittag vor dem Untersuchungstag. Sie dürfen ab 18 Uhr am Vortag nur noch Getränke und Suppe zu sich nehmen, am Untersuchungstag selbst müssen sie nüchtern bleiben. Direkt nach der Auswertung der Untersuchung können Sie Ihren normalen Tagesbeschäftigungen nachgehen – Sie müssen also nur einen Vormittag für dieses Untersuchung frei nehmen.

Wie läuft die Untersuchung ab?

Die virtuelle Koloskopie mittels Magnetresonanztomographie ist eine sehr schnelle und wenig belastende Untersuchung. Der zuvor gereinigte Darm wird auf dem Untersuchungstisch mit lauwarmem Wasser gefüllt, um die Darmwand zu entfalten und darstellbar zu machen. Dies ist normalerweise nicht schmerzhaft. Die eigentliche Aufnahme der Bilder erfolgt auf einem hochmodernen Mehrkanal-MRT-Scanner der neuesten Generation. Die etwa 2.000 hochauflösenden Einzelbilder werden auf einer hochmodernen 3D-Nachverarbeitungs-Workstation betrachtet.

Fazit für die Praxis

Bitte sprechen Sie uns direkt an, um zu klären, ob die MRT-Kolonographie als Darmkrebs-Früherkennungsuntersuchung oder nach fehlgeschlagener Darmspiegelung für Sie in Frage kommt – telefonisch unter 089 / 212196-0 oder per Mail an a.graser@radiologie-muenchen.de. Wir stehen Ihnen jederzeit zur Verfügung und bieten Ihnen die Untersuchung im Falle einer korrekten Indikationsstellung in höchster Qualität an. Die nötigen technischen und personellen Voraussetzungen finden Sie bei uns in der Radiologie München.

Literatur:

1. Magnetic resonance colonography for the detection of colorectal neoplasia in asymptomatic adults.

Graser A, Melzer A, Lindner E, Nagel D, Herrmann K, Stieber P, Schirra J, Mansmann U, Reiser MF, Göke B, Kolligs FT.

Gastroenterology. 2013 Apr;144(4):743-750.e2. doi: 10.1053/j.gastro.2012.12.041.

 

2. Comparison of CT colonography, colonoscopy, sigmoidoscopy and faecal occult blood tests for the detection of advanced adenoma in an average risk population.

Graser A, Stieber P, Nagel D, Schäfer C, Horst D, Becker CR, Nikolaou K, Lottes A, Geisbüsch S, Kramer H, Wagner AC, Diepolder H, Schirra J, Roth HJ, Seidel D, Göke B, Reiser MF, Kolligs FT.

Gut. 2009 Feb;58(2):241-8. doi: 10.1136/gut.2008.156448.