Kardio-CT / Herz CT

In der Computertomographie können die Herzkranzgefäße (Koronararterien) sowie das Herz in hoher räumlicher und zeitlicher Auflösung untersucht werden. Die dazu erforderliche äußerst hohe Rotationsgeschwindigkeit, hochauflösende Detektorkonfiguration sowie Herz (EKG)-Triggerung steht nur an speziellen Computertomographen zur Verfügung. Das von uns eingesetzte Dual-Source-CT hat je zwei um 94 Grad versetzt,e hochauflösende Detektoren und Röhren, die artefaktfreie Einzelaufnahmen im Subsekundenbereich auch bei höheren Herzfrequenzen ermöglichen. Dadurch arbeitet das Gerät extrem dosiseffizient. So lässt sich das gesamte Herz in 300ms mit einer Gesamtdosis von deutlich unter 1mSv erfassen. Im Vergleich zur Herzkatheteruntersuchung und auch herkömmlichen Computertomographie führt das zu einer Dosisreduktion von über 85% bei einer gleichzeitigen Zeitauflösung (=Verschlusszeit) von 75ms. Derzeit steht diese Technik weltweit nur an wenigen Zentren zur Verfügung. Unterschiedlichste Fragestellungen können mit der Kardio-CT schnell und präzise beantwortet werden. Dazu gehört unter anderem die morphologische Beurteilung von Herzmuskel, Herzhöhlen und -klappen. Im Vordergrund steht jedoch die exakte qualitative und quantitative Beurteilung der Herzkranzgefäße. Dadurch lassen sich z.B. Engstellungen oder Anomalien der Koronararterien frühzeitig und mit höchster Genauigkeit erkennen.

3D-Rekonstruktion des Herzens aus dem CT-Datensatz bei einer Herzfrequenz von 110/min3D-Rekonstruktion des Herzens aus dem CT-Datensatz bei einer Herzfrequenz von 110/min

Koronararterien im CTDie Dual-Source-Technologie stellt die Koronararterien nahezu im ganzen Herzzyklus dar.

3D-Rekonstruktion des Koronarbaums in Standard-Projektionen des Herzkatheters.3D-Rekonstruktion des Koronarbaums in Standard-Projektionen des Herzkatheters.

3D-Rekonstruktion des Koronarbaums in Standard-Projektionen des Herzkatheters.3D-Rekonstruktion des Koronarbaums in Standard-Projektionen des Herzkatheters.

Eine Herz-CT kann z.B. sinnvoll sein bei Patienten mit atypischen Angin-pectoris-Beschwerden, die sich typischerweise durch ein unklares Engegefühl in der Brust, Thoraxschmerzen oder auch Atemnot unter Belastung äußern. Im Gegensatz zum Belastungs-EKG oder zur Belastungs-Szintigraphie, weißt die Computertomographie atherosklerotische Veränderungen und insbesondere Engstellungen (Stenosen) der Herzkranzgefäße bereits in einem Stadium nach, lange bevor diese hämodynamisch relevant (>75% Stenose) werden. Dadurch eignet sich das Verfahren bei ausgewählten Personengruppen auch im Rahmen einer Früherkennung der koronaren Herzkrankheit (KHK). Prinzipiell kann die Kardio-CT auch in der Verlaufskontrolle nach erfolgter Stent-PTCA oder Bypassoperation eingesetzt werden. Hier ist jedoch das Indikationsspektrum sehr eng zu stellen und hängt unmittelbar von der Beschwerdesymptomatik des Patienten, Anzahl, Größe, Beschaffenheit und Lokalisation der Stents bzw. Bypässe ab. 

Weitere Informationen finden Sie auch auf unserem Merkblatt zur Herz-CT. Für detailliertere Fragen hinsichtlich klinischer Indikationen, Untersuchungstechniken wenden Sie sich bitte auch jederzeit an unsere Spezialisten Prof. Herzog und Prof. Johnson. Beide haben langjährige klinische und wissenschaftliche Erfahrung auf dem Gebiet der kardialen Bildgebung und sind durch zahlreiche Veröffentlichungen und Kongressvorträge auch international als Experten anerkannt.

AOK-Kardio-CT

Dynamische Darstellung von Wandbewegung und Aortenklappe im CT in drei Ebenen.

VWI-Kardio-CT

Darstellung einer Infarktnarbe an der Vorderwand des linken Ventrikels mit deutlicher Wandbewegungsstörung.

Weitere Informationen finden Sie auch auf unserem Merkblatt zur Herz-CT.