CT-Koronarkalkmessung

In der Computertomographie können Verkalkungen der Herzkranzgefäße (Koronararterien) einfach und sicher nachgewiesen werden. Die dazu erforderliche Bilderfassung unter Herz (EKG)-Triggerung steht nur an speziellen Computertomographen zur Verfügung. Das von uns eingesetzte Dual-Source-CT hat zwei um 94 Grad versetzte, hochauflösende Detektoren und Röhren, die eine Aufnahme in nur einem Herzschlag auch bei höheren Herzfrequenzen ermöglichen. Dadurch arbeitet das Gerät extrem dosiseffizient, d.h. mit einer Gesamtdosis von deutlich unter 1 mSv. Im Vergleich zur Herzkatheter-Untersuchung und auch herkömmlichen  Computertomographie führt das zu einer Dosisreduktion von ca. 70 – 85%. Derzeit steht diese Technik weltweit nur an wenigen Zentren zur Verfügung.

Zur Erfassung und Quantifizierung des Koronarkalks wird kein Kontrastmittel benötigt. Eine vorherige Laboruntersuchung zur Bestimmung der Nieren- und Schilddrüsenfunktion ist somit nicht nötig. Wir dokumentieren den Verkalkungsgrad - wie in Studien etabliert und entsprechend von den Fachgesellschaften empfohlen - primär semiquantitativ nach der Methode von Agatston et al. Zusätzlich wird die Kalkmenge aber auch quantitativ in cm³ sowie die effektive Kalkmenge (Hydroxylapatit) in mg/ml bestimmt. Dadurch lassen sich Veränderungen im Verlauf zuverlässiger und vor allem auch reproduzierbarer nachvollziehen. Der Verkalkungsgrad in Koronararterien korreliert hochsignifikant mit dem Risiko für das Auftreten eines Herzinfarktes innerhalb der nächsten 5 Jahre. Neben der Höhe des Kalkscores spielen aber auch Alter und Geschlecht des Patienten eine Rolle, da der Verkalkungsgrad der Herzkranzgefäße mit zunehmendem Alter unabhängig von sonstigen Risikofaktoren ansteigt. Daher erfolgt die Auswertung stets geschlechts- und alterskorrigiert, um das individuelle Risiko besser abschätzen zu können.

Die CT-basierte Koronarkalkmessung ist geeignet im Rahmen einer Vorsorgeuntersuchung in exponierten Personengruppen aber auch als ergänzende, unabhängige Methode zur Risikoabschätzung bei Patienten mit erhöhten kardialen Risikofaktoren, wie etwa starkem Nikotinkonsum, hohem Blutdruck, hohen Cholesterinwerten, Diabetes mellitus, familiärer Belastung oder auch unzureichender körperlicher Aktivität. Grundsätzlich ermöglicht das Verfahren somit rasch, zuverlässig, dosisarm und nicht-invasiv eine individuelle Risikoabschätzung für das Vorliegen einer koronaren Herzerkrankung (KHK) vorzunehmen.

Für detailliertere Fragen hinsichtlich klinischer Indikationen, Untersuchungstechniken wenden Sie sich bitte an unsere Spezialisten Prof. Herzog und Prof. Johnson. Beide haben langjährige klinische und wissenschaftliche Erfahrung auf dem Gebiet der kardialen Bildgebung und sind durch zahlreiche Veröffentlichungen und Kongressvorträge auch international als Experten anerkannt.

Koronararterien-Verkalkungen im CT

Koronararterien-Verkalkungen im CT